Sachsenhäuser Akkordeon Orchester

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Geschichte

Der Verein

Wie alles begann...
von 1936 bis heute - ein weiter Weg wurde gegangen

1936 - 1949


Im Jahre 1936 beschlossen die akkordeonbegeisterten Spieler F. Brauns, H. Diefenbach, G. Ebert, A. Saffran und L. Specht in Zukunft regelmäßig gemeinsam zu musizieren. Herr Brauns vom Musikgeschäft Schmidt (früher der Berliner Straße, heute in der Hanauer Ldstr.) stellte fürs erste ein ansprechendes Notenarchiv zusammen und seinen Keller als Übungsraum zur Verfügung. Herr Saffran übernahm den Dirigentenstab.

Konzerte auf vielen Veranstaltungen und bei verschiedenen Vereinen machte die kleine Gruppe im Umkreis bekannt. Durch Mundpropaganda wurden neue Spielerinnen und Spieler geworben, so konnte ein Jugend- und Erwachsenenorchester entstehen. Neben der Pflege der Volksmusik war es von Anfang an ein besonderes Anliegen des Clubs, durch geselliges Beisammensein und gemeinsame Fahrten den persönlichen Kontakt der Mitglieder untereinander zu vertiefen und somit zu einer Gemeinschaft zu werden. Als Vereinslokal wählte man den damaligen Lokalbahnhof.

Fleißiges Üben und Einstudieren der Darbietungen ermöglichte im November 1937 das erste eigene öffentliche Konzert im Gesellschaftshaus "Loge Einigkeit" in der Kaiserstraße. Der 1. Sachsenhäuser Handharmonika Club, Frankfurt am Main war geboren! Von nun an wurden alljährlich öffentliche Konzerte veranstaltet, die zur Popularität des Vereins beitrugen und die Spieler immer wieder anspornten, ihr Können und ihre Fortschritte den Besuchern unter Beweis zu stellen.

Während des Krieges fand unter neuer musikalischer Leitung von Herrn Specht ein großes volkstümliches Konzert im Frankfurter Volksbildungsheim statt. Das Publikum war begeistert, die Spieler waren hochmotiviert. Leider kam jedoch das Vereinsleben aufgrund der Kriegsereignisse im Oktober 1943 zum Erliegen. Erst am 1. September 1946 konnten die Proben wieder aufgenommen werden. Nach Kriegsende war es sehr schwer das Orchester wieder aufzubauen. Einige Spieler kehrten aus dem Krieg nicht zurück, Instrumente konnten nur unter Schwierigkeiten beschafft werden und Notenmaterial war kaum aufzutreiben. Unter diesen widrigen Verhältnissen übernahm Herr Classen die Führung des Vereins. Er schaffte es, mit viel Fleiß und noch mehr Idealismus im Jahre 1947 ein Wohltätigkeitskonzert auf die Beine zu stellen, bei dem der Hessische Rundfunk einige gelungene Aufnahmen machte, die zur großen Freude aller Beteiligten auch gesendet wurden.

1949 siegte das Orchester bei einem Wertungsspiel in Bad Vilbel mit der Note "sehr gut". Es folgten Konzerte innerhalb und außerhalb Frankfurts, die Spielern und Zuhörern gleichermaßen viel Freude bereiteten. Leider konnte Herr Classen die Leitung des Orchesters nicht mehr weiterführen und so übernahmen Herr Hotz darauf Herr Hirsch und für einige Jahre Herr Höschner diese Aufgabe, bis dann 1953 Helmut Weeber in einer Zeit der Krise die Führung übernahm. Er blieb den Spielern 25 Jahre an der Seite und hielt das Orchester trotz mancher Tiefschläge zusammen. Obwohl einige ältere Spieler ausschieden und trotz zeitweisen Fehlens eines Übungsraumes führte er die Spieler zu vielen schönen Erfolgen.

1950 - 1970


Im Jahre 1957 wagte das Orchester erstmals den Versuch, ein Konzert durch Teilnahme eines Männerchors abwechslungsreicher zu gestalten. Der Erfolg ermutigte zu weiteren Veranstaltungen dieser Art. Auch die Teilnahme an jedem der seit 1955 ausgerichteten Harmonika-Stadtmeisterschaften in Bensheim wurde Tradition. Platzierungen auf dem ersten Platz in den Jahren 1960 und 1962, Plätze unter den ersten Dreien in anderen Jahren sowie Bewertungen mit den Noten "ausgezeichnet" oder "sehr gut" belohnten die Spieler für ihr Können. Unvergessen wird auch allen Beteiligten die Teilnahme an den Harmonika-Weltfestspielen 1964, 1968 und 1975 in Luzern, 1973 in Bonn und 1974 in Wien bleiben. Konnten doch die Note "ausgezeichnet", ein 3. Platz und zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins die Note "hervorragend" mit nach Hause gebracht werden. Aber am wichtigsten blieb für alle die Freude am Musizieren, der Ausgleich zur Hast des Alltags und die Erhaltung und Pflege der Harmonikamusik; das Orchester ließ sich nie unterkriegen!

1961 konnte der Club sein erstes großes Jubiläum feiern. Im Festraum des DRK-Bereitschaftshauses am Südbahnhof wurde das 25-jährige Bestehen mit einer Akademischen Feier begonnen. Es folgten im Juni ein großer bunter Abend mit Tombola und Tanz im Rathaus Casino und ein Festkonzert mit Chor und allen Aktiven. 5 Jahre später wurde auch der 30. Geburtstag des Vereins gebührend gefeiert. Alle Beteiligten waren stolz: Trotz vieler Rückschläge seit der Gründungszeit hielt das Orchester zusammen. Der damalige hessische Landesleiter des DHV, Herr Dietmar Walther, konnte verschiedene Ehrungen bei einer akademischen Feier vornehmen. Ein bunter Abend in der Gaststätte "Zum Depot" und ein großes Konzert unter Mitwirkung des Werner Niehus-Ensembles aus Trossingen schlossen sich an.

Im Frühjahr 1970 wurde der wiederholt diskutierte Vorschlag, den Vereinsnamen der modernen Entwicklung in der Akkordeonmusik anzupassen, verwirklicht. Der Verein beschloss, künftig als "Sachsenhäuser Akkordeon-Orchester 1936, Frankfurt am Main" aufzutreten. 1973 übernahm die aktive Spielerin Wilhelmine Albert den Dirigentenstab und leitete das umfangreiche Schülerorchester und ab 1979 auch das Jugendorchester. Weiterhin blieb sie aber auch dem 1. Orchester als stimmführende Spielerin erhalten. Außerdem machte sie sich als Akkordeonlehrerin für den Verein unentbehrlich.

1978 trat nach 25 Jahren der geschätzte Dirigent Helmut Weeber auf eigenen Wunsch als aktiver Orchesterleiter ab. Er hinterließ eine große Lücke als musikalischer Leiter, als Wanderfreund und auch als guter Kamerad und Berater in vielen Fragen des Vereinslebens. In die Fußstapfen des Herrn Weeber trat im Januar 1979 ein junger Dirigent: Herr Rainer Bittner. Er war in Frankfurt kein Unbekannter, denn er leitete die einzelnen Gruppen und Orchester am Frankfurter Berg und für einige Zeit auch erfolgreich in Nied, desweiteren bildete er junge Talente auf dem Akkordeon aus. Außerdem spielte er selbst unter der Leitung der Herren E. Hirsch und A. Geisel.

1980 - 1992


Im Oktober 1985 nahmen das Jugendorchester (unter der Leitung von Frau Albert) und das 1. Orchester an einem Kritikspiel in Bad Vilbel teil. Die Noten "ausgezeichnet" und "sehr gut" waren die Belohnung fürs Üben. Auftritte in Bischofsheim und Petterweil folgten. Das 50-jährige Bestehen wurde 1986 mit einer Feierstunde im Grossen Rittersaal der Deutsch-Ordenskirche in Frankfurt - Sachsenhausen und einem großen Konzert gefeiert. 50 Jahre! Das hieß Freude am Akkordeon und Spaß am Spielen mit Menschen teilen, die alle Anteil daran hatten, dass der Verein 50 Jahre lang durch Höhen und Tiefen geführt werden konnte.

Im Oktober 1987 erspielte sich das Jugendorchester die Note "sehr gut" auf einem Wertungsspiel in Herborn. 1988 wurde der Vortrag des 1. Orchesters "Der Ballettabend" (von Rudolf Würthner) mit der Note "gut" beurteilt. Auftritte bei der Verleihung des Deutschen Apfelweinpreises auf dem Römerberg in Frankfurt, die Teilnahme am Brunnenfest, viele Übungsabende und Freizeitaktivitäten ließen die Jahre vergehen.

Nach fast 10 Jahren verließ Herr Bittner das Orchester aus beruflichen Gründen im November 1988. Dies war sehr zu bedauern, da er das Orchester an neue Spieltechniken heranführte und auch an Feinheiten für das Konzertspiel feilte. Außerdem hatten die Spieler beim fröhlichen Beisammensein mit ihm immer viel Freude. Unter der Leitung von Dirigentin Wilhelmine Albert erfreute 1989 das 1. Orchester die Zuhörer der Bundesgartenschau in Frankfurt. Durch das Engagement von Frau Albert konnte der Verein weiterhin Aufführungen planen. Bis dann im Juni 1989 Fritz Grau ins Orchester trat und Wilhelme Albert entlastete. Im Jahre 1990 konnte das Sachsenhäuser Akkordeon Orchester die S-Bahn auf die Reise schicken, denn mit musikalischer Unterstützung des Vereins wurde die Station " Südbahnhof" eingeweiht. In diesem Jahr nahm das Orchester erstmalig am Brunnenfestzug teil. Dies war eine neue Erfahrung, die viel Freude in die Reihen der Spieler brachte. Desweiteren präsentierte das 1. Orchester zur Einweihung der Kreissparkasse in Hanau bei herrlichem Wetter sein ganzes Können. Leider konnte Herr Grau nur ein Jahr das Orchester führen.

Das Jugendorchester war den Kinderschuhen entwachsen und wurde dem 1. Orchester angeschlossen, man fand keinen weiteren Nachwuchs in der Großstadt Frankfurt. Die Faszination am Akkordeon stand hinter neuen elektronischen Musikinstrumenten an. Auch Frau Albert als engagierte Musiklehrerin konnte keinen Nachwuchs mehr unterrichten, die Musikschule, bei der sie angestellt war, wurde geschlossen.

Nachfolger von Fritz Grau wurde im Sommer 1990 Andreas Haag. Jedoch blieb er dem Orchester auf Grund seines Umzugs in eine andere Stadt nur sehr kurz Zeit erhalten. Damit die Pforten des mittlerweile traditionellen Vereins nicht geschlossen werden mussten, nahm Helmut Deweil den Taktstock in die Hand. Er war Bezirksleiter des Deutschen Harmonika Verbandes, Hessen Mitte. Der Verein kannte ihn von seinen zahlreichen Besuchen der SAO-Konzerte. Die Teilnahme des Orchesters bei der Ehrenmatinee des Deutschen Roten Kreuzes in Frankfurt wurde unter seiner Leitung ein großer Erfolg. Leider musste Herr Deweil aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten und verließ das Orchester 1992 wieder. Helmut Deweil verstarb im November 1998.


1992 - Heute

Die Suche nach einem neuen Dirigenten im Jahre 1992 gestaltete sich sehr schwierig. Auch innerhalb des Orchesters ergaben sich kleinere Probleme. Die Altersspanne der Orchestermitglieder umfasste die Altersgruppen von 20 bis 75 Jahre, so dass private Verpflichtungen verschiedenster Art zu Planungsschwierigkeiten der Vereinstermine führten. Außerdem entsprachen die übungsfreien Ferienzeiten nicht immer den Urlaubszeiten der Spieler. So schlich sich in Laufe von Wochen Unzufriedenheit in die Reihen des Orchesters. Letztendlich sprach man sogar davon, statt als Orchesters nur noch als Ensemble weiterzumachen oder mit einem anderen Frankfurter Orchester zusammenzuspielen. Umdenken war angesagt! Doch allen Veränderungsvorschlägen zum Trotz fand das Orchester wieder zu einer Einheit zusammen, als sich der aktive Spieler Mario Konradi bereit erklärte, den Dirigentenstab zu übernehmen. Dadurch ging dem Orchester zwar ein unentbehrlicher Spieler verloren, aber die Proben konnten in alter Form wieder aufgenommen werden. Herr Konradi, der durch Fritz Grau zum SAO kam, besuchte Dirigentenlehrgänge, um sich weiterzubilden, und er nahm auch an verschiedenen Wochenendseminaren teil, an denen er neue Spieltechniken lernte. Sein Engagement war so groß, dass er wieder neuen Schwung ins Orchester brachte. Die Krise von 1992 war überwunden. Alle Spieler waren wieder mit Begeisterung bei den Proben, Übungswochenenden und Konzerten dabei.

Die Konzerte werden jedes Jahr besser besucht. Herr Konradi stellte das Konzertprogramm auf die Wünsche der Besucher um. So sind zwar weiterhin Originalkompositionen für Akkordeonorchester dabei, jedoch wird nun auch mehr Unterhaltungsmusik geboten, was das Publikum begeistert und immer mehr Zuhörer anlockt. Schlagermedleys, Musical-Potpourris oder bekannte Filmmusik bereicherten das Programm. Ein musikalischer Segen für das Orchester war das Jahr 1998 als Ivo Preis, der ehemalige 1. Trompeter des Hessischen Rundfunk Orchesters, in den Dunstkreis unseres Orchesters gelangte. Er schrieb Kompositionen für uns so um, dass es möglich war, Trompetenstücke mit dem Akkordeon zu spielen. So führte das 1. Orchester unter tosendem Applaus den mitreißenden "Trumpet-Blues" auf. Ivo Preis selber dirigierte und Mario Konradi konnte bei einem Stück wieder als Spieler auftreten. Diese von Herrn Preis umgeschriebene Komposition mit 4 Solostimmen für "Trompeten" machte auch den Spielern so viel Spaß, dass dieses Stück immer wieder zur Aufführung kommt. Ivo Preis bereichert das Orchesterspiel wiederholt mit Kompositionsvorschlägen und ist gern gesehener Gastdirigent oder Besucher bei Konzerten. Mittlerweile hat sich unser Orchester deutlich in die Richtung "Jazz und Swing" entwickelt.

Nachdem der Verein "Dirigentenmäßig" wieder in ruhigeres Fahrwasser kam, taten sich neue Herausforderungen auf. Nur durch Konzerte und Mitgliedsbeiträge konnte das SAO keine dringend notwendigen Anschaffungen tätigen - Schlagzeug, Basso und Elektronien waren allesamt aus den frühen 50er Jahren. Reparaturanfällig und klanglich höchst fragwürdig. Neuanschaffungen standen ins Haus. Die Kasse des Vereins war jedoch leer. Schon die laufenden Ausgaben wurden durch die Beitragszahlungen nicht gedeckt. Bei Konzerten blieben nach Abzug der entstandenen Kosten keine nennenswerten Beträge für eventuelle Investitionen übrig. So nahm der Verein die Möglichkeit wahr, bei Veranstaltungen von befreundeten Vereinen kellnern zu gehen. Aktive und passive Mitglieder erklärten sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Es entstand das "Kellnerteam.". Auch an Straßenfesten beteiligt sich das SAO - meist mit einer hervorragenden selbstgekochten Erbsensuppe. Sie möchten das Rezept? Schreiben Sie uns an! Hilfreich war es, dass unser Schriftführer Markus Mannberger Vorsitzender des Vereinsring Sachsenhausen und stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbands Frankfurter Vereinsringe wurde und wir nun einen heißen Draht zu vielerlei Veranstaltungen haben. Dieses Engagement unserer aktiven und passiven Mitglieder ermöglichte dem Orchester in der Zeit von 1995 - 2002 die dringende Neuanschaffung von 2 Midi-Elektronien, einem kompletten Arbiter - Schlagzeug, 2 großen Kesselpauken, einem Pigini Basso, einem Powermixer und einer kleinen PA-Anlage.

Zum 75jährigem Jubiläum lud das Sachsenhäuser Akkordeonorchester am 07.10.2011 zu einem großen Konzert in die Sachsenhäuser St Bonifatiuskirche. Nach monatelanger Planung und viel Aufwand wurde ein dem Anlass entsprechendem großes musikaliches Fest gefeiert.





Sachsenhäuser Akkordeon Orchester 1936

Vereinsanschrift:
Martin-May-Str. 16
D-60594 Frankfurt
Email: webmaster@sao-frankfurt.de

 
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